KEP-Studie 2022: Erneut Rekordzahlen für die Logistikbranche

  • 17-JUN-2022

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KEP-Studie 2022

KEP-Studie 2022

Neuer Rekord: Über 4,5 Mrd. Sendungen – Wachstum im Jahr 2021 erneut zweistellig

  • Sendungsvolumen 2021: starker Anstieg um 460 Mio. Sendungen (+11,2 %) auf 4,51 Mrd. Sendungen
  • Pro Tag: 15 Mio. Sendungen an 9 Mio. Empfängerinnen und Empfänger (gewerblich und privat)
  • Gesamtumsatz 2021: 26,9 Mrd. Euro (+14,3 %)
  • Beschäftigte 2021: 10.800 neue Jobs
  • Verlässliche Sendungsvolumen-Prognose für 2022 aktuell nicht möglich
  • Prognose 2026: rund 5,7 Mrd. Sendungen im Jahr 2026 erwartet

Berlin, 15.06.2022 – Der Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP) in Deutschland ist 2021 zum zweiten Mal in Folge überproportional stark gewachsen. Das Sendungsvolumen stieg um rund 460 Mio. KEP-Sendungen, insgesamt wurden 4,51 Mrd. Sendungen transportiert. Wachstumstreiber waren wie im Jahr zuvor die Sendungen an Endverbraucherinnen und Endverbraucher (B2C-Sendungen). Diese und viele weitere Ergebnisse liefert die KEP-Studie 2022, die der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) heute in Berlin vorgestellt hat.

Das Volumen der Paket-, Express- und Kuriersendungen in Deutschland wuchs 2021 um 11,2 % und damit zum zweiten Mal in Folge zweistellig. Der Gesamtumsatz der KEP-Branche stieg um 14,3 % auf einen neuen Rekordwert von 26,9 Mrd. Euro. Bei den Paketdienstleistern waren 2021 insgesamt 266.000 Menschen beschäftigt, 10.800 mehr als im Jahr davor.

Coronabedingte Aufs und Abs im KEP-Wachstum

Vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2021 wirkten sich die politischen Corona-Maßnahmen sowie die öffentlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen direkt auf das KEP-Sendungsvolumen aus. Die Paketdienste leisteten insbesondere in den ersten Monaten 2021 einen grundlegenden Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung. Aufgrund des Lockdowns, der bis ins zweite Quartal 2021 andauerte, blieb das Wachstum im gesamten KEP-Markt das erste Halbjahr über auf sehr hohem Niveau (knapp 20 %). Im zweiten Halbjahr lag es dann nur noch bei 3,8 %.

GLS Europen EcoHub
GLS European EcoHub

 

Wachstumstreiber B2C-Sendungen, B2B-Segment erholt sich

Das starke Wachstum (+16,6 %) machte B2C-Sendungen wieder zum Haupttreiber des gesamten KEP-Sendungswachstums. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der dynamisch wachsende Online-Handel, der auch 2021 durch Corona einen weiteren Schub erhielt. Bei den B2B-Sendungen (Versand von Unternehmen zu Unternehmen) ist ein deutlicher Erholungs- bzw. Aufholeffekt zu beobachten (2021: +5,7 % im Vergleich zu 2020: -1,5 %). Dieser Erholungstrend schwächte sich jedoch im Verlauf des Jahres 2021 ab. Grund dafür sind Lieferkettenprobleme, der Mangel an Halbleitern und damit verbundene Produktionseinschränkungen in Kundensegmenten, die für den KEP-Markt wichtig sind.

Voraussichtlich 5,7 Mrd. Sendungen im Jahr 2026, Prognose für 2022 nicht möglich

Bis 2026 ist voraussichtlich mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Sendungsvolumens von 4,7 % auf 5,7 Mrd. Sendungen zu rechnen. Für 2022 kann jedoch aktuell keine Prognose abgegeben werden: Die derzeitigen Trends und Veränderungen auf den Märkten, die es so seit mehreren Jahrzehnten nicht gegeben hat (Ukraine-Krieg, Lockdown in China, Preissteigerungsraten, höhere Energiekosten und die aus all diesen Faktoren resultierende Verunsicherung bei Konsumentinnen und Konsumenten), haben aktuell einen Nachfrageschock ausgelöst und lassen eine sachgerechte und verlässliche Prognose der Marktentwicklung für 2022 nicht zu.

Marten Bosselmann: „KEP-Dienste bleiben Fels in der Brandung“

Zur aktuellen Lage in der KEP-Branche äußert sich der BIEK-Vorsitzende Marten Bosselmann: „Selten wurde so klar wie in den vergangenen Jahren, dass auf die Paketdienste Verlass ist, wenn es darauf ankommt. In der Pandemie halten sie den Alltag der Menschen und die Wirtschaft am Laufen. Die Unwägbarkeiten durch den Brexit meistert die Branche nach wie vor souverän und flexibel.

Und nun das: Wir sind sprachlos angesichts des Kriegs, der mitten in Europa entbrannt ist. Das menschliche Leid in der Ukraine macht uns alle sehr betroffen, und was dort geschieht, stellt auch die KEP-Branche in Deutschland vor Unsicherheiten in einem ungeahnten Ausmaß. Die Kriegsfolgen sind derzeit nicht zu kalkulieren. Gemeinsam mit weiteren Unsicherheitsfaktoren erschwert dies Prognosen für die Marktentwicklung in den kommenden Jahren ungemein. Eins ist aber trotzdem sicher: Auch künftig werden sich die KEP-Dienste als Fels in der Brandung bei der Versorgung der Bevölkerung behaupten, selbst wenn dies mit ungeahnten Herausforderungen verbunden sein wird.“

v. r. n. l. Elena Marcus-Engelhardt, Marten Bosselmann, Dr. Klaus Esser
Haben die diesjährige KEP-Studie jetzt in Berlin vorgestellt: v. r. n. l. Elena Marcus-Engelhardt (Leiterin Kommunikation und Politik, Bundesverband Paket und Expresslogistik), Marten Bosselmann (Vorsitzender, Bundesverband Paket und Expresslogistik), Dr. Klaus Esser (Autor der KEP-Studie 2022, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR); Fotograf: Frank Nürnberger

 

Impulsgeber mit Innovationskraft

Ein weiterer Schwerpunkt der KEP-Studie 2022 ist die Rolle der KEP-Unternehmen als Innovatoren und Vorreiter im B2B-Markt. Seit Jahren steht hauptsächlich der Online-Handel im Fokus, wenn es um die Entwicklung und Bedeutung des KEP-Marktes geht. Viel zu wenig beachtet wurde bislang die Rolle von KEP-Unternehmen als Innovatoren im B2B-Markt und als Vorreiter bei Trends, zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit. In der vorliegenden Studie werden folgende Bereiche analysiert und mit anschaulichen Praxisbeispielen unterlegt: Automatisierung und Digitalisierung in Umschlagzentren und Depots, Nachhaltigkeit durch Lastenfahrräder und E-Lieferfahrzeuge, die Rolle von KEP für den stationären Handel, Healthcare-Logistik und der Transport von hochwertigen Lebensmitteln.

Die KEP-Studie erscheint seit 2004 jährlich und wird von der KE-CONSULT Kurte&Esser GbR im Auftrag des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik erstellt. Sie zeigt ein aktuelles und umfassendes Bild der Marktentwicklung, der Trends und der wirtschaftlichen Bedeutung der gesamten KEP-Branche in Deutschland.

Die Studie zum Download finden Sie hier.